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Prag mit dem Fernbus: Der ultimative Stadtführer für Erstbesucher
Städteführer

Prag mit dem Fernbus: Der ultimative Stadtführer für Erstbesucher

Prag gehört zu den schönsten Städten Europas — und per Fernbus ist die Stadt günstig und bequem erreichbar. Dieser Reiseführer zeigt dir, wie du ankommst, was du siehst und wie du die Stadt wie ein Einheimischer erlebst.

Warum Prag dein nächstes Fernbus-Ziel sein sollte

Prag ist eine der wenigen europäischen Städte, die es schaffen, auf engstem Raum so viel Schönheit zu versammeln: gotische Kathedralen, Barockpaläste, Jugendstil-Cafés und kopfsteinbepflasterte Gassen — und das alles fußläufig erreichbar. Die tschechische Hauptstadt fühlt sich wie ein lebendes Museum an, ohne verstaubt zu wirken. Und das Beste: Per Fernbus kommt man von fast überall in Mittel- und Osteuropa günstig und bequem hin.

Von Berlin dauert die Fahrt etwa 4,5 Stunden, von Dresden nur knapp 2 Stunden, von Wien rund 4 Stunden. FlixBus, RegioJet und mehrere regionale Anbieter bedienen diese Strecken täglich — oft mehrfach. Die Preise starten bei unter 10 Euro, wenn man früh bucht.

Altstädter Ring Prag mit astronomischer Uhr

Ankunft in Prag: Praha Florenc

Die meisten internationalen Fernbusse kommen am Busbahnhof Praha Florenc an — dem größten Busbahnhof der Tschechischen Republik. Er liegt verkehrsgünstig an der Kreuzung der Metrolinien B und C. Von hier aus erreicht man den Wenzelsplatz in etwa 10 Minuten und die Altstadt in 15 Minuten.

Einige Verbindungen — vor allem von westlicher gelegenen Städten — enden an Praha Zličín, dem Westbahnhof an der Metrolinie B. Schau auf deiner Buchungsbestätigung nach, welcher Terminal für dich gilt.

Für den öffentlichen Nahverkehr kaufst du am besten ein 24-Stunden-Ticket (120 CZK, ca. 4,80 €) am Automaten in der Metrostation — die Geräte haben deutsche Menüführung. Das Ticket gilt für Metro, Tram und Bus. Entwerten nicht vergessen! Kontrolleure sind regelmäßig unterwegs.

Altstadt und Astronomische Uhr

Das Herz Prags schlägt auf dem Altstädter Ring (Staroměstské náměstí). Der Platz ist umrahmt von gotischen und barocken Fassaden in Ocker, Koralle und Salbeigrün — eine Kulisse, die selbst hartgesottene Städtereisende zum Innehalten bringt. Das Wahrzeichen schlechthin ist die Astronomische Uhr (Orloj) aus dem Jahr 1410, die jede volle Stunde mit einem Figurenspiel aufwartet.

Tipp: Komm morgens zwischen 7 und 9 Uhr — die Menschenmassen schlafen noch, die Beleuchtung ist golden und der Platz gehört praktisch dir. Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe, und das merkt man an jedem Stein.

In fußläufiger Nähe: die doppeltürmige Teynkirche, das Jüdische Viertel Josefov mit seinen sechs Synagogen und dem alten Friedhof sowie unzählige Durchgänge, die zu stillen Innenhöfen führen.

Karlsbrücke Prag im Morgengrauen

Karlsbrücke und Kleinseite

Die Karlsbrücke (Karlův most) ist das romantischste Bauwerk der Stadt. Die 516 Meter lange Steinbrücke überspannt die Moldau und ist mit 30 Barockstatuen von Heiligen gesäumt — jede mit ihrer eigenen Legende. Geh früh morgens: Vor 8 Uhr ist die Brücke fast leer, das Licht ist warm und man kann die Kunstwerke in Ruhe betrachten.

Auf der Westseite der Brücke liegt die Kleinseite (Malá Strana) — ein Gewirr aus kopfsteinbepflasterten Gassen, Botschaftsgärten und Nachbarschaftsrestaurants. Hier wohnen die Prager, und die Preise spiegeln das wider: Ein Mittagessen kostet oft die Hälfte dessen, was man in der Touristenzone zahlt.

Von der Kleinseite führt ein 15-minütiger Fußweg hinauf zur Prager Burg (Hradčany) — dem flächenmäßig größten Burgkomplex der Welt. Der Zugang zum Burgareal ist kostenlos; für die einzelnen Museen und den gotischen Veitsdom zahlt man Eintritt. Die Aussicht von der Burg auf die Stadt und die Moldau ist spektakulär und kostet nichts.

Günstig essen in Prag

Prag ist deutlich günstiger als westeuropäische Hauptstädte — vorausgesetzt, man meidet die unmittelbare Touristenzone rund um den Altstädter Ring. Eine realistische Preisübersicht:

  • Traditionelles Mittagessen (Svíčková, Guláš, Smažený Řízek): 150–220 CZK (6–9 €) in einem normalen Lokal im Viertel Vinohrady oder Žižkov
  • Bier: Tschechisches Pils (Pilsner Urquell, Kozel, Budvar) kostet in einer normalen Kneipe 45–65 CZK (1,80–2,60 €). Zu Recht weltberühmt.
  • Kaffee: Prag hat eine exzellente Spezialitätenkaffee-Szene. Ein Flat White im Third-Wave-Café: 70–90 CZK (2,80–3,60 €).
  • Supermarkt: Albert und Billa sind in der ganzen Innenstadt vertreten. Ein Mittagessen vom Thekenbereich kostet fast nichts — am Moldauufer essen ist gratis.

Für ein richtiges Abendessen empfehlen sich die Stadtteile Vinohrady oder Žižkov — 15 Minuten per Tram vom Zentrum, aber eine völlig andere Preiswelt.

Prag Panorama mit Burg und Moldau

Tagesausflüge von Prag

Prag liegt im Herzen Böhmens und ist umgeben von lohnenden Ausflugszielen:

  • Český Krumlov (3 Std. per Bus): Ein Märchenstädtchen mit Renaissance-Burg am Flussbogen der Moldau. Mehrere Student-Agency-Busse täglich vom Florenc.
  • Kutná Hora (1,5 Std. per Zug): Das berühmte Knochenhaus (Ossarium von Sedlec) und eine mittelalterliche Silberbergbaustadt — UNESCO-Weltkulturerbe.
  • Karlsbad (2 Std. per Bus): Das elegante Kurstadt mit Kolonnaden und heißen Mineralquellen. Regelmäßige FlixBus-Verbindungen.

Praktische Reisetipps

  • Frühzeitig buchen: Prag ist ein sehr gefragtes Reiseziel, besonders an Wochenenden und im Sommer. Je früher du buchst, desto günstiger die Preise.
  • Währung: In Tschechien gilt die Tschechische Krone (CZK), nicht der Euro. Am besten Bargeld am Bankautomaten abheben — die Wechselstuben in der Touristenzone verlangen hohe Gebühren.
  • Gepäckaufbewahrung: Am Busbahnhof Florenc gibt es Schließfächer — praktisch, wenn du früh ankommst und erst am Nachmittag einchecken kannst.
  • Sprache: In der Innenstadt sprechen die meisten Dienstleistenden Englisch oder Deutsch. „Děkuji" (danke) und „Prosím" (bitte) werden gerne gehört.

Prag belohnt alle, die offen ankommen und sich nicht zu sehr an einen straffen Zeitplan klammern. Verliere dich in den Gassen der Kleinseite. Finde eine Kneipe ohne englische Beschriftung. Sitz bei Sonnenuntergang an der Moldau und schau, wie die Burg golden leuchtet. Die Stadt hat seit Jahrhunderten Reisende verzaubert — sie wird es auch mit dir tun.