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Mit dem Bus von Transnistrien nach Deutschland: 31 Städte, zwei Wege
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Mit dem Bus von Transnistrien nach Deutschland: 31 Städte, zwei Wege

Von Tiraspol und Bender fahren Direktbusse in 31 deutsche Städte. Wir zeigen, auf welchen zwei Wegen sie ins Land kommen, wie viele Grenzen es wirklich sind und wo man für die Rückfahrt einsteigt.

0~4 Min.

Deutschland ist die größte Strecke in unserem Netz: von Tiraspol und Bender aus erreicht man 31 deutsche Städte mit dem Direktbus, ohne Umsteigen. Das sind mehr als in Polen oder Rumänien, durch die dieselben Busse nur hindurchfahren.

Im Fahrplan sieht man davon fast nichts. Der Fahrplan nennt Abfahrt und Endstation — alles dazwischen muss man sich selbst zusammensuchen. Was folgt, stammt aus den Daten unserer eigenen Linien: echte Fahrzeiten, zwei verschiedene Wege ins Land und ein paar praktische Dinge, über die sonst niemand schreibt.

Berlin ist der Knotenpunkt der deutschen Strecke: hier kommen die Busse beider Anbieter an

Zwei Türen nach Deutschland

Das steht in keinem Fahrplan: unsere Busse fahren auf zwei verschiedenen Wegen nach Deutschland, und davon hängt ab, welche Städte auf Ihrer Strecke liegen.

Über Tschechien

So fahren die beiden Linien von ComfortLine. Beide erreichen Deutschland von Südosten, aus Tschechien.

  • Die Hannover-Linie verlässt Tschechien bei Pilsen und hält zuerst in Pleystein in der Oberpfalz. Danach Regensburg, München, Augsburg, Ulm, Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg, Frankfurt, Koblenz, Bonn, Köln und die ganze Ruhrkette bis Hannover.
  • Die Bremen-Linie verlässt Tschechien weiter nördlich, bei Franzensbad, und hält zuerst in Triptis in Thüringen. Danach Leipzig, Niemegk, Berlin, Wittstock, Parchim, Mölln, Hamburg und Bremen.

Über Polen

Die Linie von VasTrans nimmt einen ganz anderen Weg: Krakau, Breslau, Grünberg, Słubice — und erreicht Deutschland direkt vor Berlin. Danach folgen nur noch Göhren-Lebbin an der Mecklenburgischen Seenplatte und die Endstation Rostock.

Daraus folgt eine einfache Regel: für den Süden Deutschlands ist es der tschechische Weg, für den Norden und die Ostsee der polnische. Berlin ist die einzige Stadt, die beide anfahren.

München — 37,8 Stunden ab Tiraspol, auf dem tschechischen Weg

Wie lange es wirklich dauert

Die Zeiten stammen aus den tatsächlichen Fahrplandaten unserer Linien, gerechnet ab Tiraspol. Ab Bender ziehen Sie etwa zwanzig Minuten ab — dort steigen die Fahrgäste eine halbe Stunde nach dem Start zu.

  • Triptis — 35,3 Std.
  • Pleystein — 35,4 Std. (erste deutsche Station auf dem tschechischen Weg)
  • Regensburg — 36,3 Std.
  • Leipzig — 36,6 Std.
  • München — 37,8 Std.
  • Berlin — 38,4 Std.
  • Rostock — 41,2 Std. (polnischer Weg)
  • Stuttgart — 41,3 Std.
  • Hamburg — 43,4 Std.
  • Frankfurt am Main — 44,4 Std.
  • Bremen — 44,8 Std.
  • Köln — 47,6 Std.
  • Dortmund — 50,1 Std.
  • Hamm — 50,8 Std.
  • Hannover — 53,7 Std. und 3321 km

Hannover ist der entfernteste Punkt der deutschen Strecke und die zweitlängste Fahrt im ganzen Netz — länger ist nur das spanische Murcia mit 61 Stunden. Zwei Nächte im Bus sind auf so einer Strecke normal, und das weiß man besser vorher als unterwegs.

Zwei Kontrollen auf dreitausend Kilometer

Das ist der angenehme Teil, und auch daran denkt kaum jemand vorher. Auf dreitausend Kilometern durch sechs Länder wird Ihr Pass genau zweimal kontrolliert:

  • am transnistrischen Posten bei der Ausreise nach Moldau — in der ersten halben Stunde;
  • in Costești an der moldauisch-rumänischen Grenze — das ist die Außengrenze der EU, hier wird ernsthaft kontrolliert.

Alles Weitere — Rumänien, Ungarn, Slowakei, Tschechien, Polen, Deutschland — ist ein gemeinsamer Schengen-Raum, den der Bus ohne Halt durchfährt. Rumänien gehört seit dem 1. Januar 2025 auch mit seinen Landgrenzen dazu, seitdem stimmt diese Rechnung.

Eine wichtige Einschränkung: Das gilt für die Linien, die um die Ukraine herum fahren. Es gibt noch einen dritten Weg — über Czernowitz, Lwiw und Medyka —, aber nach Deutschland führt er nicht: er endet in Polen und im Baltikum.

Hamburg — 43,4 Stunden ab Tiraspol, vorletzter Halt der Bremen-Linie

Drei Dinge, die nicht im Fahrplan stehen

Hin und zurück manchmal ab verschiedenen Städten

Der überraschendste Fall auf der ganzen Strecke. Georgsmarienhütte wird nur auf dem Hinweg angefahren, Osnabrück nur auf dem Rückweg. Die beiden Städte liegen fünfzehn Kilometer auseinander, zusammen ergeben sie also eine vollständige Hin- und Rückfahrt — aber eine Rückfahrt ab Georgsmarienhütte zu suchen, ist vergeblich.

Dasselbe gilt für Göhren-Lebbin: hin ja, zurück nicht — dafür steigt man in Berlin ein.

Endstationen sind zuverlässiger als Zwischenhalte

Hannover, Bremen und Rostock sind Endstationen. Von dort fährt der Bus pünktlich ab, während er in der Streckenmitte am zweiten Tag oft schon Verspätung angesammelt hat. Wenn Sie einen festen Termin haben, ist die Rückfahrt ab einer Endstation die sicherere Wahl.

Die kleinen Orte sind kein Versehen

Pleystein, Triptis, Niemegk, Wittstock, Parchim, Mölln — an diesen Halten steht der Bus wenige Minuten, und anders als mit diesem Direktbus kommt man aus Transnistrien dorthin überhaupt nicht ohne zweimal umzusteigen. Hier reicht ein Ticket.

Frankfurt am Main — 44,4 Stunden, auf der Hannover-Linie über Tschechien

Wie man auswählt

Öffnen Sie die Seite der gewünschten Stadt und geben Sie ein Datum ein — Sie sehen sofort, ob an diesem Tag ein Bus fährt und welche Plätze frei sind. Achten Sie auf die Zwischenhalte in der Fahrtkarte: daran erkennen Sie, ob der Bus den tschechischen oder den polnischen Weg nimmt.

Und planen Sie Puffer ein. Zwei Nächte unterwegs, zwei Grenzen außerhalb des Fahrplans und fast drei Tage von Tiraspol bis ins Ruhrgebiet — diese Fahrt bucht man besser früher als am Vortag.